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Man muß sich von vornherein im Klaren sein, daß die artgerechte Haltung nicht billig und einfach ist. Wer die Mühe scheut oder nicht über genügend Geld verfügt, darf sich keine Schildkröte anschaffen.

Wichtig ist, daß die Schildkröte, zumindest in der wärmeren Jahreszeit (je nach Unterart auch ganzjährig), draußen in einem geeigneten Freigehege mit Frühbeet bleiben kann (außer während der Winterstarre, da geht es in den Kühlschrank).

Das Freigehege


Das Freigehege sollte bei 2 Tieren eine Mindestgröße von mindestens 15m² haben, je größer desto besser. Dabei sollte beachtet werden, daß das Gehege mit den Tieren mit wachsen soll. Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn Schlüpflinge oder Jungtiere in ein Riesengehege zu stecken, wo man die Tiere gar nicht mehr findet. Für die Umrandung  des Freigeheges gibt es etliche Möglichkeiten. Steinmauern, in den Boden gerammte Holzpalisaden, diese steinernen Blumenkübel für z.B. Hochbeete (hier kann man das Gehege jederzeit beliebig verändern und die Kübel gleichzeitig mit Futterpflanzen bepflanzen), durch ihre Größe nehmen sie allerdings viel Platz vom Garten weg. Bei www.juwel.com gibt es auch einige Umrandungen. Tolle Ideen zum Gehegebau gibt es unter www.samenkiste.de in dem Buch von Marion Minch "PraxisRatgeber Freianlagen für Schildkröten"-der Kauf ist ein Muß! Griechische Landschildkröten graben zwar meistens nicht sehr tief, aber am besten sollte man das Gehege von unten sichern oder die Umrandung ca. 20cm in den Boden einlassen. Klettern können Sie sehr gut, deswegen muß darauf geachtet werden, daß sie nicht über die Umrandung drüber können (indem sie sich hoch ziehen, über einander stapeln, auf Pflanzen etc. klettern usw.). Außerdem muß man an Freßfeinde wie Marder, Maus, Ratte etc. denken, die sich von unten durch graben könnten. Deshalb sollte man nachts die Tiere alle in das von unten gesicherte Frühbeet setzen. Auch die Absicherung von oben darf man, besonders bei Jungtieren, nicht vergessen, da sonst Vögel, Katzen, etc. leichtes Spiel haben. Hier gibt es spezielle Netze (ich benutze ein Teichnetz) oder man baut sich selber Deckel o.ä. Das Freigehege sollte so gelegen sein, daß gleich morgens die Sonne darauf scheint, und am besten den ganzen Tag immer irgendwo Sonne zum Auftanken ist. Am besten also Richtung Süden. Bei geschlechtsreifen Weibchen darf man den Legehügel nicht vergessen! Das Gehege sollte so bepflanzt und strukturiert sein, daß die Schildkröten genügend Versteckmöglichkeiten und Schatten- wie Sonnenplätze haben, sowie immer eine Möglichkeit, sich vom Rücken wieder auf den Bauch zu drehen, wenn sie mal verkehrt herum liegen. 


Leider mußte ich die beiden ja trennen. Hier die beiden neuen Gehegehälften. Das Gras habe ich größtenteils weg gemacht und alles mit Muschelgrit aufgefüllt. Das ständige Mähen ging mir auf die Nerven und außerdem war der Boden ständig feucht und ist schlecht getrocknet. und den Nacktschnecken gefällt der neue Boden auch nicht :-)

Monty´s Gehege

Olivia´s Gehege

Hier einige Tips zu den Pflanzen:

  • Blauschwingelgras
  • Lavendel
  • Salbei
  • Rosmarin
  • Thymian
  • Oregano
  • Melisse
  • Bambus, am besten winterhart (gut nach unten absichern, verbreitet sich stark!)
  • winterharte Fuchsie
  • Roseneibisch (winterharte Hibiscus)
  • Hibiscus (im Winter rein holen)
  • Weinreben
  • Sommerflieder
  • Bananenbaum (im Winter rein holen)
  • Schönmalve (im Winter rein holen)
  • Kriechwacholder etc. etc.
  • und natürliche alle Wildkräuter die auch als Futter dienen

Tolle Seiten dazu sind www.schildifutter.de und www.schroete.de . Es ist sehr wichtig nur ungedüngte bzw. unbehandelte Pflanzen zu nehmen, denn Pestizide und Co. sind für Schildkröten tödlich. Wenn man sich nicht sicher ist, ob die Pflanzen behandelt sind, läßt man sie ca. 6 Monate außerhalb vom Gehege stehen, um die Schadstoffe weg zu bekommen. Bei Gewürzpflanzen wie Salbei und Lavendel kann man sich relativ sicher sein, daß sie unbehandelt sind, weil sie für den menschlichen Verzehr vorgesehen sind.                           

Freigehege könnt ihr Euch in meiner Bildergalerie anschauen und unter www.schilkroeten-online.de in der Galerie, bei www.geochelone.de . Stöbert einfach mal auf den unter Links genannten Seiten rum-es gibt tolle Gehege!






Das Frühbeet



Das Frühbeet sollte, wenn irgend möglich, mit Elstein-Strahlern beheizbar sein, damit die Tiere so lange wie möglich draußen bleiben können. Zusätzlich sollte ein Spotstrahler zur punktuellen Erwärmung bei kühlem oder sehr bedecktem Wetter vorhanden sein. Ist dies nicht möglich, ist eine vorüber gehende Haltung im Terrarium unausweichlich, z.B. während einer Schlechtwetterperiode nach ca. 3-4 Tagen, oder wenn die Außentemperaturen nachts unter 12 C° bei Thb und 15 C° bei Thh sinken. Dieser Unterschied kommt daher, daß die Thh etwas kälteempfindlicher sind als die Thb, was vom Herkunftsgebiet kommt. Ich habe es jetzt so geregelt, daß ein Thermotimer den Elsteinstrahler regelt, und zwar nachts hält er die Temperatur bei 15 Grad, tagsüber bei 21 Grad. Viel schwieriger sah es mit dem normalen 100W-Strahler aus. Wie sollte ich da die Gradzahl einstellen, bei der der Fernfühler den Thermotimer an oder aus stellt? Im Endeffekt klappt es jetzt ganz gut. Wenn es in einer kühlen, von den Strahlern weit entfernten Ecke 5 cm tief im Boden unter 22 Grad fällt, geht der Strahler am Sonnenplatz an. Ich habe diesen Sommer beobachten können, daß das ganz gut paßt und  wenn es zu heiß wird, wärmt sich der Boden entsprechend auf und auch der Strahler geht somit aus. Hier muß jeder für sich selber etwas tüfteln. Die Größe des Frühbeetes hängt davon ab, wieviele Tiere man in dem Gehege hält. 1m² sollte es mindestens in etwa haben. Das Material aus dem das Frühbeet besteht, sollte Alltop sein, weil dies das einzige Material ist, das lebenswichtiges UV-Licht durch läßt. Gute Angebote hierzu findet Ihr unter www.samenkiste.de, hier bekommt Ihr die Frühbeete mit Unterbau auf Wunsch in allen Größen. Wichtig ist noch ein automatischer Fensteröffner, damit bei zu großer Hitze sich das Dach des Frühbeetes automatisch öffnen kann. Im letzten 40C°-Sommer hier, mußte ich zusätzlich teilweise einen Sonnenschutz über das Frühbeet/Gehege machen, weil es trotz schattiger Plätze zu heiß geworden ist.  Als Bodengrund habe ich im Frühbeet eine dicke Schicht Erde von Maulwurfshügeln und darüber eine Schicht Kokosfasersubstrat bzw. Floraton 3 von Floragard. Verwendete Gartenerde muß ungedüngt sein. Das Ganze sollte ordentlich tief sein, damit sie sich gut einbuddeln können, wenn es ihnen zu heiß oder zu kalt ist, oder sie sich zum Schlafen eingraben wollen. Ansonsten ist das Frühbeet auch mit ein paar Pflanzen als Schutz ausgestattet, einer Schutzhütte und verschiedenen Verstecken, Wasserschale; also ähnlich wie ein Terrarium.                                                                   

Mittlerweile benutze ich keinen Elsteinstrahler mehr, sondern nur noch den normalen 100W-Strahler zum direkten Aufwärmen. An Stelle des Elstein-Strahlers, der eigentlich nur für die kalten Nächte gedacht war habe ich eine Heizmatte von www.samenkiste.de um das Dach der kleinen Schlafhütte im Frühbeet gewickelt. Die stecke ich dann bei kalten Nächten oder sehr kalten Tagen ein. Wichtig!! Niemals eine Heizmatte in den Boden einbringen, das ist bei Griechischen Landschildkröten völlig falsch und ungesund!!



Das Terrarium

Das Terrarium sollte immer vorhanden sein. Selbst wenn man die Tiere immer draußen halten kann, kann es immer mal wegen Krankheit o.ä. nötig sein, ein Tier separat rein setzen zu müssen. Die Schildkrötenbesitzer, die kein beheiztes Frühbeet haben, müssen ihre Tiere in der Übergangszeit (vor und nach der Winterruhe), bei längeren Schlechtwetterphasen und zu kühlen Temperaturen in das Terrarium setzen.

Das Terrarium kann nicht groß genug sein. Man sollte die Größe von der Menge der Tiere und deren Größe abhängig machen. Von Mindestanfor- derungen halte ich nicht sehr viel, da diese generell zu klein bemessen sind. Meine beiden Kleinen haben im Moment ein Terrarium aus Holz von 2,45m x 1,00m und 0,40m hoch. Man darf auf keinen Fall ein Terrarium kaufen oder bauen, das oben zu ist. Es muß wegen der Luftzirkulation und gegen Wärmestau immer oben offen sein! Eigentlich wird ein Terrarium aus Glas nicht empfohlen, weil die Schildkröten das Glas oft nicht als Begrenzung erkennen und evtl. immer raus wollen und dagegen laufen. Man kann sich sehr schöne Terrarien aus Holz bauen, wo man z.B. Sichtfenster einbauen kann. Bilder dazu gibt es auch in meiner Galerie oder bei www.schildkroeten-online.de .

Als Bodengrund habe ich in meinem Terrarium Kokosfasersubstrat und Floraton 3. Kokosfasersubstrat sind gepreßte Blöcke die man in Wasser einweicht. Floraton 3 ist eine ganz bestimmte Erde von Floragard, die leider recht schwer zu bekmmen ist. Diesen Bodengrund kann man sehr gut feucht halten, was besonders bei jungen Tieren sehr wichtig ist, aber auch bei allen anderen Altersstufen beachtet werden muß. Man muß auf die Qualität achten, weil es bei schlechterer Qualität zu Schimmel und anderen Problemen kommen kann, außerdem darf die Kokosfaser weder gedüngt noch anders behandelt worden sein. Man kann als Bodengrund auch einfach ungedüngte Gartenerde nehmen, wenn sie nicht zu sandig, lehmig oder steinig ist. Sand, Kiesel sind ungeeignet und führen zu Darmverschluß. Den Bodengrund reinige ich jeden Tag von Kot und Futterresten und wechsle ihn ca. alle 6-8 Wochen aus (dies ist auch abhängig von der Anzahl der Tiere und der Größe des Terrariums). Je nach Verschmutzung erneuere ich auch nur die oberen paar Zentimeter Substrat. Außerdem sprühe ich den Boden jeden Tag nach, und jeden zweiten Tag muß ich ihn wieder richtig gießen und durch mischen. Ansonsten ist das Terrarium ausgestattet mit Korkröhren und anderen Unterschlupfmöglichkeiten (z.B. kann man umgedrehte halbe Tontöpfe nehmen..), man kann Kräuterpflanzen und Grasbüschel rein setzen, eine Trinkschale ist selbstverständlich, eine Futterschale, Steine, Wurzeln.......Die Trinkschale sollte so groß sein, daß das Tier sich rein setzen und den Kopf etwas ins Wasser tauchen kann. So können sie am besten Wasser aufnehmen. Man kann ein paar Steinchen mit Aquariumkleber fest kleben, damit die Schildkröte eine Möglichkeit hat sich wieder auf den Bauch zu drehen, sollte sie stürzen. Der Rand sollte nicht zu hoch sein, so daß die Schildkröte gut rein und raus kann (z.B. Tonuntersetzer). In den Schlafhöhlen habe ich zusätzlich Spaghnummoos, in das sich die Tiere gut rein legen können und welches schön feucht ist. Das Terrarium sollte verschiedene Temperaturzonen aufweisen, d.h. eine Seite eher warm und zur anderen Seite hin kühler. Die Umgebungstemperatur im Terrarium sollte ca. 20C° sein, nicht zu kalt und nicht zu warm. Unter den Wärmespots oder Strahlern am Sonnenplatz, sollten es ca. 40C° sein.  Bei der Ausstattung des Terrariums muß man nur unbedingt darauf achten, daß die Tiere keine Möglichkeit haben unter dem Strahler auf den Rücken zu fallen, dies würde nach kurzer Zeit tödlich enden.



Wichtig ist noch, daß die Schildkröten regelmäßig gebadet werden. Ich bade sie in der Terrarienzeit 1x pro Woche, im Freigehege ca. alle 3 Wochen. Dazu setzt man sie in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser (evtl. auch ein Sud aus Kräutern, schmeckt meinen beiden, nach einem Tip von Marion, viel besser als Leitungswasser). Dort sitzen sie für ca. 10 Minuten und nehmen trinkend und über die Haut/Kloake Flüssigkeit auf. Meine beiden mögen das Baden ganz gerne. Es gibt allerdings auch Schildkrötenhalter, die vom Baden abraten und es für nicht nötig halten. Ich habe selber noch keine langjährige Erfahrung, denke aber, solange man nicht zu häufig badet, kann es nicht schaden. Werden die Tiere zu lang oder zu häufig gebadet, kann die Darmflora darunter leiden und es z.B. zu Durchfall führen. Selbstverständlich ist wohl, daß man die Tiere in eine frische Badeschale umsetzt, sowie sie in das Wasser gepinkelt oder gekotet haben.

Beleuchtung im Terrarium

Eine gute Beleuchtung ist lebenswichtig! Es genügt nicht unser Tageslicht oder einfache Spots, Röhren oder Strahler. Das Mindeste was man den Schildkröten im Terrarium bieten sollte sind HQL-Leuchten, besser noch HQI-Leuchten. Diese kann man mit etwas Glück günstig bei ebay ersteigern, allerdings kann man da auch auf die Nase fallen (ich hatte Glück). Diese Leuchten sind das einzige was in Frage kommt, weil sie halbwegs Tageslicht imitieren. Dabei sollte man noch darauf achten, daß man die richtigen Brenner verwendet (NDL-Brenner oder NDL-Keramikbrenner). Es wird zwischen 150W und 70W bei den HQI-Leuchten unterschieden. Wofür man sich entscheidet hängt von der auszuleuchtenden Fläche ab. Ich habe bei mir 2x70W-Leuchten, weil eine nicht gereicht hat. Bei der Notlösung HQL-Leuchten sollte man auf jeden Fall 125W-Brenner nehmen. Bei der Dauer der Wärme und Beleuchtung pro Tag sollte man sich immer in etwa an den natürlichen Verhältnissen draußen orientieren. Das heißt im Frühjahr nach der Winterruhe kürzer anfangen und bis auf 10-12 Stunden steigern, gegen Herbst langsam reduzieren. Mittlerweile habe ich im Terrarium andere Lampen, und zwar je eine Lucky Reptile Desert Sun und eine   

An einer Stelle im Terrarium sollten die Tiere die Möglichkeit haben auf "Betriebstemperatur" zu kommen. Dazu benötigen sie einen Sonnenplatz, wo mit einem digitalen Thermometer mit Außenfühler ca.40-45 C° gemessen werden. Bei mir habe ich nur anhand der HQI-Leuchten oder des neuen Lucky Reptile-Strahlers diese Temperatur nicht hinbekommen, und habe deshalb ganz einfache Strahler aus dem Baumarkt zusätzlich in Betrieb. Diese strahlen mit in den Lichtkegel der Lucky Reptile, weil es dort am hellsten ist und Schildkröten immer Licht mit Wärme in Verbindung bringen.

Sehr wichtig ist auch die UV-Bestrahlung der Schildkröten. Wenn sie ganzjährig draußen gehalten werden, ist keine zusätzliche Versorgung mit UV-Licht nötig. Das UV-Licht ist lebensnotwendig, damit die Schildkröten den aufgenommenen Kalk auch verwerten können. Die in den Zoohandlungen üblicherweise empfohlenen Röhren mit UV-Anteil kann man vergessen!

Fütterung

Schildkröten sind ausschließlich Vegetarier!!                                                 Die richtige Fütterung, die sich eigentlich schon beim logischen Denken von allein ergibt, ist ein sehr wichtiger Punkt. Niemand füttert der Schildkröte in der Natur Tomaten, Obst, und jeden Tag Salat. Katzenfutterdosen liegen dort auch nicht offen rum und die Pellets aus der Zoohandlung sind sowieso Gift für Landschildkröten. Obst zerstört die Darmflora und öffnet Schädlingen Tür und Tor! Fleisch ist absolut schädlich, da es zu viel Fett und Eiweiße enthält, die Schildkröten wachsen viel zu schnell und tragen innere Schäden davon (Schnecken und Regenwürmer so gut es geht aus dem Freigehege absammeln). Genauso schädlich und verteufelt sind die Pellets aus der Zoohandlung! Auch diese sollte man auf keinen Fall füttern. Man muß bloß Wildkräuter sammeln und teilweise frisch und teilweise getrocknet verfüttern. Tips dazu unter www.schildifutter.de oder www.schroete.de oder hier weiter unten. Dazu noch AGROBS (das ist geraspeltes Kräuterheu in Cobs gepreßt oder lose) das man angefeuchtet gibt. Manche Tiere mögen Agrobs am Anfang nicht; man muß aber hartnäckig bleiben und dann fressen sie es irgendwann. Ich habe es am Anfang jeden Tag rein gestellt (immer wieder frisch), habe das Lieblingsgrünzeug drunter gehäckselt und irgendwann haben sie es endlich gefressen. Jetzt mögen sie es auch solo und es schmeckt ihnen sehr gut. Bestellen tue ich die Cobs von AGROBS bei www.samenkiste.de, sie sind nicht teuer. Die Cobs weiche ich richtig gut in Wasser auf und wenn sie vollständig aufgequollen sind stelle ich sie in einer flachen Schale ins Terrarium. Auch bei Wildkräutern ist darauf zu achten, daß sie nicht zu viel Eiweiß enthalten, wie z.B. Löwenzahn und Klee. Diese Pflanzen sollten deshalb seltener gefüttert werden. Insgesamt sollte man die Fütterung in etwa dem natürlichen Lebensraum anpassen. D.h. im Frühjahr nach der Winterruhe wollen die Schildkröte mehr frisches Grün. Zum Sommer hin nimmt der Frischeanteil immer mehr ab und sie bekommen immer mehr getrocknete Wildkräuter und weiterhin Agrobs. Im Herbst vor der Winterruhe wird es wieder etwas mehr Grünzeug. Insgesamt ist darauf zu achten, daß die Tiere langsam wachsen (ideale Gewichtszunahme im ersten Lebensjahr pro Monat ca. 2-4g). Man sollte sie nie auf Nulldiät setzen. Das Futter lege ich nie einfach an dieselbe Stelle, weder im Terrarium noch im Freigehege. Ich lege es jeden Tag wo anders hin, damit die Schildkröten laufen und suchen müssen. Im Freigehege ist es natürlich optimal, wenn sich die Tiere größtenteils selbst versorgen können, aber dazu muß das Gehege auch groß genug sein, damit sie genug laufen müssen/können und man abwechslungsreich genug sähen und pflanzen kann. Landschildkröten sind Schleckermäuler, das bedeutet sie fressen oft nur das was sie kennen. Deshalb sollte man von Anfang an sehr abwechslungsreich füttern, damit sie alles kennen. Nach der Winterruhe ist ein besonders guter Zeitpunkt Schildkröten an neues Futter zu gewöhnen.  Kalzium ist auch sehr wichtig, aber man darf es nicht über das Futter streuen, sondern muß es separat in Form von Sepiaschale (gibt es in jeder Zoohandlung für Vögel) anbieten. Am besten immer etwas geraspelt und im Stück, die harte Schale auf der einen Seite mache ich ab. Streut man Kalk über das Futter muß die Schildkröte es mit fressen, ob sie es braucht oder nicht, und das führt wieder zu gesundheitlichen Störungen. Die Schildkröte weiß selbst am besten wann sie es essen will (dazu braucht sie natürlich genug UV-Licht). Futterpflanzen mit Bildern findet ihr unter www.schroete.de oder www.schildifutter.de . Zur Fütterung habe ich ja zwei gute Bücher genannt. Hier einige, gängige Futterpflanzen für Landschildkröten, alle in dem eben genannten Buch bebildert:


  • Gewöhnliche Akelei
  • Bärenschote
  • Echtes Barbarakraut
  • Besenrauke
  • einjähriges Berufkraut
  • Wiesenbocksbart
  • Braunelle
  • Brennessel
  • Blätter der Brombeere (besonders die jungen)
  • Echter-, Gamander-, Persischer, Wald- und Efeu-Ehrenpreis
  • Walderdbeere
  • Futteresparsette
  • Ferkelkraut
  • Kriechendes Fingerkraut (Achtung sieht ähnlich aus wie Hahnenfuß)
  • Gänesfingerkraut, rötliches und Silber-Fingerkraut
  • Gemeine- und Wiesenflockenblume
  • gewöhnlicher Frauenmantel
  • Rapunzelartige- und Wiesenglockenblume
  • Gänseblümchen
  • Gänsedistel
  • Goldnessel
  • Gundelrebe
  • Habichtskraut, Kleines-, Orangerotes- und Wald-
  • Hauhechel
  • Ackerhellerkraut
  • Himbeerblätter
  • Hirtentäschel
  • Huflattich
  • Ackerhundskamille
  • Echte Kamille
  • Strahlenlose Kamille
  • Knoblauchsrauke
  • Vogelknöterich
  • Königskerze
  • Kornblume
  • Ackerkratzdistel
  • Echtes Labkraut, Klettenlabkraut
  • Gewöhnliches Leinkraut
  • Lichtnelke rot und weiß
  • Herbst- und Wiesenlöwenzahn
  • Dunkles Lungenkraut
  • Luzerne
  • Malve, Moschus-, Rosen-, Weg-, Wilde
  • Margerite
  • Pfennigkraut
  • Rainkohl
  • Wegrauke
  • Reiherschnabel
  • Schafgarbe
  • Schaumkraut, Wiesen-,Garten-, Spring
  • Schwarznessel
  • Vogelmiere, Sternmiere
  • Storchschnabel
  • Taubnessel
  • Veilchen
  • Vergißmeinnicht
  • Wegarte
  • Wegerich, Groß-, Breit-,Spitz-,Mittlerer-,Weide-
  • Wicke
  • Ackerwinde
  • Gewöhnliche Zaunwinde


Ich persönlich füttere immer abwechselnd einen Tag Grünzeug, einen Tag Agrobs, und einen Tag nur getrocknete Kräuter (diese stehen aber immer zur Verfügung). Im Frühjahr bekommen sie auch mal etwas häufiger frisches Grün dazu.





In unserem neuen Gehege gibt es jetzt einen Bachlauf. Monty trinkt fast ausschließlich nur fließendes Wasser und so kamen wir auf die Idee. Aufpassen muß man wohl wegen der Keimbildung, durch Kot und Urin im Wasser. Das Wasser wird häufig gewechselt und dabei die Pumpe mit sauberem Wasser durch gespült.






Den Bachlauf haben wir leider wieder entfernt. Erstens hätte er bei der Trennung des Geheges gestört und die Sauberkeit ist sehr schwierig und nur mit viel Aufwand zu gewährleisten.